20.12.2016

Kommunalwettbewerb HolzProKlima in Baden- Württemberg 2016/2017 gestartet

Bis zum 31. März 2017 werden Gemeinden, Städte und Landkreise in Baden-Württemberg gesucht, die die bewusste politische Entscheidung getroffen haben, durch die vermehrte und verantwortungsvolle Holzverwendung einen Beitrag zum Klimaschutz in ihrer Region zu leisten.


Bewerbungsfrist erfolgreich beendet: Insgesamt 40 Bewerbungen eingereicht!03.04.2017

Bewerbungsfrist erfolgreich beendet: Insgesamt 40 Bewerbungen eingereicht!

Bewerbungsphase des Kommunalwettbewerbs HolzProKlima in Baden-Württemberg 2016/2017 erfolgreich beendet. Jury bewertet nun die Projekte.


Klimazähler

Was besagt der Zähler?

Jedes Jahr werden durch die Nutzung von Holz etwa 105 Millionen Tonnen des Treibhausgases Kohlendioxid eingespart – und, es könnten noch mehr sein!

Das ist das Ergebnis einer Studie des Johann-Heinrich-von-Thünen-Instituts (vTI) in Hamburg. Die Wissenschaftler haben eine sogenannte CO2-Gesamtbilanz der Wald- und Holzwirtschaft für Deutschland errechnet. Sie unterscheiden hierbei zwischen der Speicherwirkung der Holznutzung und der durch die Substitution energieintensiver Rohstoffe und fossiler Energieträger vermiedenen Kohlendioxid-(CO2)-Emissionen.

Unser HolzProKlima-Zähler macht den Beitrag der Holzwirtschaft anschaulich. Er errechnet auf Basis dieser Daten, die seit dem Beginn des Internationalen Jahres der Wälder, dem 1. Januar 2011, durch die Holzverwertung eingesparten CO2-Emissionen.

Im Einzelnen werden jährlich durch

  • die stoffliche Verwertung von Holz 18 Millionen Tonnen CO2 als Kohlenstoff in Holzprodukten gebunden und 57 Millionen Tonnen CO2 durch Substitutionseffekte vermieden, insgesamt also etwa 75 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr;
  • die energetische Verwertung von Holz weitere 30 Millionen Tonnen CO2 durch Substitutionseffekte vermieden.

In Summe sind das etwa 105 Millionen Tonnen CO2 oder rund 13 Prozent der gesamten deutschen Treibhausgasemissionen – welche andere Branche kann diese Klimaschutzleistung für sich reklamieren?!

Dafür könnte man 6,2 Milliarden PKW-Kilometer zurücklegen (151,7 g CO2/km) – eine unglaubliche Strecke von 157.600 Mal um die Erde. Die Menge entspricht etwa den jährlichen CO2-Emissionen von 9,5 Millionen Menschen.

Weitere Erkenntnisse

Neben diesen Beispielen sprechen folgende Gründe für die verstärkte Nutzung von Holzprodukten und für die nachhaltige Bewirtschaftung unserer Holzressourcen zur Unterstützung des Klimaschutzes:

Der überwiegende Anteil der positiven CO2-Bilanz ist auf die Vergrößerung des Holzproduktspeichers sowie auf die stoffliche Substitution zurückzuführen.

Um das Dreifache mehr als die Gesamtsumme von Wasser-, Sonnen- und Windkraft entlasten Deutschlands Wälder sowie die aus ihnen stammenden Holzprodukte unsere nationale Treibhausgasbilanz.

Fazit: Potentiale jetzt ausschöpfen – Holz gebührt die Vorfahrt

Anhand der konkreten und wissenschaftlich fundierten Zahlen zeigt sich der positive und weiter ausbaufähige Beitrag von der Holzverwendung für Deutschlands Treibhausgasbilanz: Je mehr Holz handwerklich und industriell eingesetzt wird, desto mehr Emissionen werden in Holzprodukten gespeichert und bleiben dem Klima erspart. Das eröffnet Perspektiven und bildet das Fundament für eine klimapolitische Anerkennung und Förderung der Holzverwendung.

  • Jährlich für Holzprodukte in Deutschland verwendetes Waldholz: 30 Mio. m3 Holz = 27,6 Mio. t CO2
  • Jahresproduktion eines Holzwerkstoff-Werkes: 400.000 m3 Holz = 368.000 t CO2
  • Tagesproduktion eines Fensterbauers: 23 Holzfenster = 1 m³ Holz = 920 kg CO2

Hätten Sie gewusst, dass ein Einfamilienhaus aus Holz das Klima um bis zu 80 Tonnen CO2 entlastet?

Photosynthese, Speicherung und Substitution

Ein Baum wandelt das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) während der Photosynthese chemisch um. Er gibt den Sauerstoff O2, den wir zum Atmen benötigen, frei, behält aber das C, den Kohlenstoff, unschädlich in seinem Holz zurück. In einem Kubikmeter (1 m³) Holz stecken somit im Durchschnitt rund 250 kg Kohlenstoff. Das entspricht etwa 920 kg CO2.
Die Speicherwirkung bezeichnet die Fähigkeit der Bäume, das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) in Form von Kohlenstoff (C) im Holz zu binden. Je nach Nutzungsdauer der Holzprodukte, ist der Kohlenstoff für viele Jahre im Holz gespeichert und wird erst wieder bei der Verbrennung freigesetzt – und dann auch nur die Menge, die zuvor im Holz gespeichert war.
Der Begriff Substitution bedeutet in diesem Kontext, dass Holz andere Stoffe wie Beton, Stahl oder Glas ersetzt, die bei ihrer Herstellung teilweise wesentlich mehr CO2 freisetzen als Holz. Beispielsweise ist der Energieverbrauch von Zement 4-fach, der von Kunststoff 6-fach und der von Stahl 20-fach höher. So spart 1m³ Bauholz etwa zwei Tonnen CO2: erstens durch die C-Speicherung (0,9 t CO2) und zweitens durch die Substitution (1,1 t CO2).

Hinweis: Der Zähler erhebt keinen wissenschaftlichen Anspruch. Die Annahme, dass durch Holznutzung die Klimabelastung mit CO2 abnimmt, setzt voraus, dass die verarbeitete Holzmenge dank der (in Mitteleuropa gewährleisteten) nachhaltigen Waldbewirtschaftung wieder nachwächst. Wäre das nicht so, würden pro Hektar Wald ca. 13 Tonnen CO2 nur verlagert – vom Wald in die Holzprodukte. Beides – Waldwachstum und Holzprodukte – führen gemeinsam zu einer Senkenwirkung.

Für alle, die es noch genauer wissen wollen

  • www.holzundklima.de und www.CO2-bank.de
  • Albrecht, S., Rüter, S., Welling, J., Knauf, M., Mantau, U., Braune, A., Baitz, M., Weimar, H., Sörgel, C., Kreissig, J., Deimling, S. und Hellwig, S. (2008): Ökologische Potentiale durch Holznutzung gezielt fördern. Endbericht des BMBF-Projektes ÖkoPot.
    Abgerufen am 27. Nov. 11 unter: http://www.holzundklima.de/projekte
  • Eckhard Heuer „Kohlenstoffbilanzen – Schlüssel zur forstlichen Klimapolitik“, in: AFZ-Der Wald, 17/2011, S. 16 ff.
  • Rüter, S.; Diederichs, S., FNR-Projekt (FKZ 22028808): Ökobilanz-Basisdaten für Bauprodukte aus Holz. Projektinformationen
  • Rüter, S.; Rock, J.; Köthke, M.; Dieter, M. (2011): Wie viel Holznutzung ist gut fürs Klima? Artikel in der AFZ-Der Wald 15/2011, 19-21