Mit der großräumigen Ausweisung von Totalschutzgebieten wird nicht nur der Holz- und Energiewirtschaft der regenerative Rohstoff entzogen, sondern auch die lokale Bevölkerung verliert ihre Bezugsquelle für heimisches Kaminholz. Darüber hinaus gefährdet beispielsweise eine Stilllegung von 10.000 Hektar Wald – eine Fläche so groß wie 14.000 Fußballfelder – bis zu 2.000 Arbeitsplätze. Wir haben die Möglichkeit, durch die Nutzung des regional, nachwachsenden Rohstoffes zur Lösung eines unserer dringlichsten Probleme, dem Klimawandel, beizutragen. Deshalb: Keine Großschutzgebiete, sondern heimisches Holz nutzen!
In Deutschland teilen sich, neben dem Bund, den Ländern und Städten, etwa 2 Millionen Eigentümer den Wald. Und es werden jährlich mehr, durch die Vererbung des Waldbesitzes auf mehrere Personen der nächsten Generation. Diese leben meist in Städten und haben wenig Zeit und Erfahrung mit der Bewirtschaftung ihres Waldes. Die Bewirtschaftung unserer Wälder erfordert aber immer mehr Fachwissen über ökologische und ökonomische Zusammenhänge, aber auch über Arten- und Naturschutz. Hierfür brauchen wir kompetente Beratung – den Förster. Leider stellen die Bundesländer seit einigen Jahren zu wenig Förster für die Betreuung unseres Waldes und seiner Eigentümer ein. Deshalb unsere Forderung: Wald braucht Kompetenz: Mehr Förster!
Setzten sich unsere Wälder vor mehreren Jahrzehnten noch zu 80 % aus Nadelbäumen zusammen, so haben wir heute bei den Bäumen mit einem Alter von bis zu 40 Jahren mehr als 60 % Laubbäume – und ihr Anteil steigt weiter rasant. In unseren Holzprodukten steckt aber zu 80 % Nadelholz. Dies liegt an den Holzeigenschaften, die Nadelholz im Gegensatz zum Laubholz sehr vielseitig einsetzbar machen. Der Umbau unserer Wälder hin zu stabileren Mischwäldern ist richtig – orientiert sich aber zu einseitig an ökologischen Aspekten. Der Wald ist auch Quelle für unseren wichtigsten nachwachsenden Rohstoff und deckt nachhaltig unseren jährlichen Bedarf an Holz. Die Baumartenzusammensetzung unserer Wälder muss deshalb so gesteuert werden, dass wir ein artenreiches und stabiles Waldökosystem schaffen und gleichzeitig einen Anteil von mindestens 50 % an Nadelbäumen für unsere Versorgung mit heimischen Holz sichern.
Der Rohstoff Holz ist einer unserer wertsvollsten nachwachsenden Ressourcen. Die Nutzung von Holz schafft nicht nur Arbeitsplätze im ländlichen Raum, sondern trägt darüber hinaus zum Klimaschutz bei. Trotzdem gibt es noch ein großes Potential, den Rohstoff effizienter zu nutzen – beispielsweise durch eine Optimierung von Verarbeitungsprozessen, eine höhere Wiederverwertung- und Recyclingquote oder auch einen höheren Wirkungsgrad von Holzheizungen. Die Unternehmen der Holzindustrie gehen mit guten Beispiel voran: Ihre mit Produktionsabfällen gespeisten Biomasseheizkraftwerke erreichen Wirkungsgrade von bis zu 90 %. Das ist effiziente Holznutzung!
Viele der in Deutschland gefährdeten Arten sind auf Lebensverhältnisse angewiesen, die vom Menschen über Jahrhunderte mit unserer Kulturlandschaft geschaffen wurden. Paradox ist nun, wenn wir jedes Jahr mehrere Millionen Euro für sogenannte „Naturschutzmaßnahmen“ ausgeben, die versuchen eine zuvor stillgelegte Wald- oder Wiesenfläche so zu pflegen, dass sie wieder den Zustand Nutzfläche erreichen. Im Wald ist man hier schon seit vielen Jahrzehnten weiter. Die Divise heißt Schutz durch Nutzung im Rahmen einer naturverträglichen Waldnutzung. Der naturnah bewirtschaftete Wald schafft mehr Strukturreichtum und sorgt damit für mehr Artenvielfalt als ein unbewirtschafteter Wald. Zudem sind die Wälder durch diese gezielte Steuerung der Waldentwicklung bei Stürmen stabiler. Das verstehen wir unter: Naturschutz mit Augenmaß!
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