Wo steckt eigentlich überall Holz drin? Die Antwort auf diese Frage ist ebenso umfangreich wie überraschend. Allgemein bekannt sind Holzprodukte wie Dachstühle, Massivholzmöbel, Parkettfußböden, Papier- und Verpackungen und viele andere wo auch schon der Name auf den Holzursprung schließen lässt. Häufig ist aber gar nicht mehr zu erkennen, dass ein Produkt aus Holz oder Holzfasern hergestellt wurde. So sind Holzbestandteile Rohstoff für viele Produkte der chemischen Industrie wie z.B. Essig, Farben und Lacke. Holz ist Rohstoff für Biotreibstoffe. Aus Buchenholz werden aber auch Viskosefasern hergestellt, die bereits in größerem Umfang die Baumwolle in Textilien ersetzen. Holz erweist sich immer mehr als ein nachhaltiger Alleskönner!
Von Wald und seinen Produkten leben in Deutschland viele Menschen. Der gesamte Wirtschaftssektor der Wald- und Holzwirtschaft ist einer der größten Arbeitgeber und eine der umsatzstärksten Branchen Deutschlands. Laut Waldbericht der Bundesregierung beschäftigte dieser Zweig im Jahr 2009 1,2 Millionen Menschen und erzielte 2008 einen Jahresumsatz von 168 Milliarden Euro, insbesondere im strukturschwachen ländlichen Raum. Studien haben errechnet, dass mit der jährlichen Nutzung von 100 Kubikmetern Holz zwei Arbeitplätze erhalten werden.
Untersuchungen zeigen, dass in einem nachhaltig und naturnah bewirtschafteten Wald die Artenzahl deutlich höher als in einem unbewirtschafteten Wald ist. Der Grund: Die zielgerichteten Waldpflegemaßnahmen bringen Licht in die sonst dunklen Wälder, schaffen vielfältige Strukturen und ökologische Nischen. Lebensräume bedrohter Arten werden durch unsere Förster gepflegt. Werden Waldflächen aus der Nutzung genommen, profitieren zwar einige wenige Arten, die Lebensräume anderer Arten wiederum verändern oder verschlechtern sich.
Je mehr Produkte aus nachhaltiger und naturnaher Holzwirtschaft genutzt werden, umso mehr wird auch zum Klimaschutz beigetragen. Holz ist eine umweltfreundliche Alternative zu energieintensiven Baustoffen wie Stahl oder Beton. Jedes Holzprodukt speichert CO2 über seine gesamte Lebensdauer – bei einem Dachstuhl aus Holz beispielsweise mehrere hundert Jahre lang. Selbst bei Verpackungsmaterial auf holzartige Materialien zu setzen, ist klimafreundlich. Zum Beispiel werden die Holzfasern in einem Milchkarton mehrere Male recycelt und das gespeicherte Kohlendioxid bleibt im Produkt gebunden. Und am Ende ihres Lebenszyklus liefern Holzprodukte durch eine CO2-neutrale Verbrennung zudem noch klimafreundliche Energie.
Holz ist nicht nur ein nachwachsender Rohstoff für die Holzindustrie, sondern auch Energieträger. Durch die energetische Nutzung von holzartiger Biomasse können andere fossile Energieträger wie Kohle, Öl oder Gas in begrenztem Umfang ersetzt werden. Wichtig ist hierbei, dass die energetische Nutzung möglichst am Ende einer langen Nutungskaskade erfolgt. Nur so wird auch die höchstmögliche Wertschöpfung erzielt.
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